The Statement

Thriller - Kanada/Großbritannien/Frankreich 2003 / 120 Minuten (Universum / Central)

Bundesstart: 23.06.2005

Regie: Norman Jewison
Buchvorlage: Brian Moore
Darsteller: Michael Caine, Tilda Swinton & Alan Bates

Ein eher unscheinbarer alter Mann genehmigt sich in einem kleinen Lokal, mitten in Südfrankreich, ein kühles Bier. Liest die Zeitung und holt noch schnell seine Post ab, ehe er sich wieder auf den Heimweg macht.

Ein Schelm, wer Böses dabei denkt. Doch vielleicht liegt man damit gar nicht so falsch. Denn dieser alte Mann ist Pierre Brossard, der im dritten Reich auf Befehl der nazitreuen Vichy-Regierung in Frankreich sieben jüdische Geiseln aus den Häusern trieb und töten ließ. Bis jetzt lebte er unter der schützenden Hand der katholischen Kirche und vieler Freunde in der Regierung. Seitdem aber die Strafverfolgung von Kriegsverbrechern seitens der Regierung wieder stärker betrieben wird, ist es aus mit dem ruhigen Lebensabend.

Richterin Livi sowie deren Partner Militäroberst Roux, versuchen ihr Möglichstes um Brossard zu finden. Aber nicht nur Vater Staat hat es nun auf ihn abgesehen, sondern auch eine mysteriöse Truppe, die Killer beauftragt Brossard zu finden und ihn so schnell wie möglich zu liquidieren. Als Livi und Roux dies rausfinden, merken sie, wie ihnen die Zeit davonrennt. Brossard hingegen macht das, was er seit Jahren gewohnt ist, sich verstecken. Und falls ihm jemand in die Quere kommt, ist ihm kein Weg unmöglich, um alte Gewohnheiten wieder aufzunehmen.

Fazit:
Romanautor Brian Moore, bekannt durch seinen Roman „Black Robe”, veröffentlichte „The Statement” 1997 und schoss damit sogleich in den Bestsellerlisten nach oben. Kurz darauf kam es zu den ersten Verhandlungen über eine Filmadaption. Nur wenig später setzten sich Regisseur Norman Jewinson und Drehbuchautor Ronald Harwood zu Tisch und strickten mit dem richtigen Gespür einen spannenden Plot. Das Harwood dazu in der Lage ist, bewies er schon mit Polanskis „Der Pianist”.

Die Besetzungsliste ist recht gut zusammengewürfelt. Michael Caine präsentiert den alten Pierre Broussard, der eigentlich in Ruhe seinen Lebensabend verbringen möchte, doch wenn es ihm an den Kragen geht, er immer noch eiskalt reagieren kann. Er trifft somit routiniert ins Schwarze. Tilda Swinton („Elisabeth“) als biedere Engländerin, jagt ihm als kompromisslose Richterin hinterher. Ihr zur Seite, Jeremy Northam („Cypher“) als Militäroberst, macht hingegen einen blassen Eindruck. Und Charlotte Rampling („Swimming Pool”) zeigt, als Broussards gestandene Ehefrau, mal wieder ein weinerliches, aber auch kerniges Gesicht.

Die Aussagen des Films allerdings über Schein und Sein in der Politik, die Verstrickung der Katholischen Kirche in den Holocaust und wer denn nun von wem abhängig sei, wird wohl ein ewiges Geheimnis bleiben.

Krabaz



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