
Machuca, mein Freund
Jugenddrama - Chile 2004 / 120 Minuten / 1,85:1 / 35mm
(Tiberius)
Bundesstart: 31.03.2005
Drehbuch & Regie: Andrés Wood
Darsteller: Matias Quer, Ariel Mateluna & Manuela Martelli
Kamera: Miguel J. Littín
Schnitt: Fernando Pardo
Musik: José Miguel Miranda & José Miguel Tobar
Es ist das Jahr 1973 in Santiago de Chile. Die Gesellschaft ist weitgehend in zwei Lager geteilt. Zum einen in das gutgestellte Großbürgertum und zum anderen in die Sozialfälle, welche das Elendsviertel bewohnen. Das Land wird zunehmend von Unruhen beherrscht und fast täglich finden Demonstrationen der Sozialisten oder Kommunisten statt. Den Kapitalisten ist es hingegen egal, sie mischen auf beiden Seiten mit.
Inmitten dieses Wirrwarr verschiedenster politischer Gesinnungen, leben Gonzalo Infante, welcher aus einem gut betuchten Vorort von Santiago kommt und Pedro Machuca, der aus dem Elendsviertel am Standrand stammt. Beide besuchen seit kurzem, auf Grund einer Verordnung der Regierung, die gleiche Klasse einer elitären Privatschule namens St. Patrick. Trotz unterschiedlicher Herkunft und Erziehung freunden sich beide nach einer Auseinandersetzung mit ihren Mitschülern an.
Kurz darauf stellt Pedro seinem Freund die geheimnisvolle Silvana vor. Gemeinsam ziehen sie los und entdecken die Welt um sich herum. Sei es auf Demonstrationen, bei denen sie sich mit dem Verkauf von Zigaretten und politischen Fahnen etwas dazuverdienen oder beim Küssen üben am Strand. Sie besuchen einander das Familienleben des anderen und versuchen ihn daran teil haben zu lassen.
Mit der Zeit zieht sich jedoch ein Spannungsbogen zusammen. Ausgelöst durch die Eifersucht des jeweils anderen, da beide nicht nur Freundschaft für Silvana empfinden. Allerdings spielt hier auch der Aspekt „Wer darf was besitzen und wer hat schon zuviel Besitz?“ eine sehr große Rolle.
Doch als am 11. September 1973 die politische Bombe platz, Demonstrationen in Straßenkämpfe ausarten, das Militär putscht und die Allende-Regierung gestürzt wird, gibt es auf einmal ganz andere Probleme zu bewältigen.
Fazit:
Andres Woods Coming-of-Age-Drama beobachtet nur und analysiert nicht. Es zeigt das Leben zweier 11-jähriger genau in dem Moment, als der Sozialismus von einer Militärdiktatur geschluckt wird. Das Entstehen einer Freundschaft sowie ihr Zerbrechen, die zaghaften Schritte zum Erwachsenwerden, das Verstehen familiärer Ereignisse und das Begreifen der politischen Lage des eigenen Landes stehen ganz im Vordergrund.
Durch die ähnlich traumhafte Bildsprache wie in Bertoloccis "Die Träumer", die realistischen Züge eines „City of God“ und den unbekümmert südamerikanischen Flair der 70er, verströmt „Machuca, mein Freund“ pure Energie. Nicht umsonst ging er als chilenischer Oscarkandidat ins Rennen und soll auch zur raschen Immunitätsaufhebung Pinochets beigetragen haben.
Man sitzt mit einer gewissen Scham im Kinosessel, einen Film zu sehen, welcher vor einem historischen Hintergrund spielt, über den aber die wenigsten der jungen Wilden hierzulande bescheid wissen. Nicht nur ein Film für Programmkinogänger, sondern evtl. auch für Schulklassen, die nicht wissen wohin mit ihren Ausfallstunden oder Lehrer, die ihren Unterricht interessanter gestalten wollen.
(Anm.: Als vor kurzem einige ganz genau über den Film „The Motorcycles Diaries (Die Reise des jungen Che)“ bescheid zu wissen glaubten, da er auf dem deutschen Kinoplakat einen älteren Ernesto (Ché) Guevara Serna zeigte, welcher jedoch in jener Zeit, in der der Film spielt, noch gar nicht so existierte, war die Enttäuschung groß. Immerhin gibt es doch genau dieses Porträt ja an jeder Straßenecke als Xte Neuauflage des „Schwarzen Ché auf rot“-T-Shirts zu kaufen [Kapitalismus feat. Sozialismus]. Evtl. sollte man mal darüber nachdenken den Shirts Handzettel beizupacken oder besser gleich auf die Rückseite aufdrucken, wer denn der Kerl ist, den alle so „cool“ finden. - Nur so als Tipp für den nächsten Pisa-Test.)
Krabaz

Bundesstart: 31.03.2005
Drehbuch & Regie: Andrés Wood
Darsteller: Matias Quer, Ariel Mateluna & Manuela Martelli
Kamera: Miguel J. Littín
Schnitt: Fernando Pardo
Musik: José Miguel Miranda & José Miguel Tobar
Es ist das Jahr 1973 in Santiago de Chile. Die Gesellschaft ist weitgehend in zwei Lager geteilt. Zum einen in das gutgestellte Großbürgertum und zum anderen in die Sozialfälle, welche das Elendsviertel bewohnen. Das Land wird zunehmend von Unruhen beherrscht und fast täglich finden Demonstrationen der Sozialisten oder Kommunisten statt. Den Kapitalisten ist es hingegen egal, sie mischen auf beiden Seiten mit.
Inmitten dieses Wirrwarr verschiedenster politischer Gesinnungen, leben Gonzalo Infante, welcher aus einem gut betuchten Vorort von Santiago kommt und Pedro Machuca, der aus dem Elendsviertel am Standrand stammt. Beide besuchen seit kurzem, auf Grund einer Verordnung der Regierung, die gleiche Klasse einer elitären Privatschule namens St. Patrick. Trotz unterschiedlicher Herkunft und Erziehung freunden sich beide nach einer Auseinandersetzung mit ihren Mitschülern an.
Kurz darauf stellt Pedro seinem Freund die geheimnisvolle Silvana vor. Gemeinsam ziehen sie los und entdecken die Welt um sich herum. Sei es auf Demonstrationen, bei denen sie sich mit dem Verkauf von Zigaretten und politischen Fahnen etwas dazuverdienen oder beim Küssen üben am Strand. Sie besuchen einander das Familienleben des anderen und versuchen ihn daran teil haben zu lassen.
Mit der Zeit zieht sich jedoch ein Spannungsbogen zusammen. Ausgelöst durch die Eifersucht des jeweils anderen, da beide nicht nur Freundschaft für Silvana empfinden. Allerdings spielt hier auch der Aspekt „Wer darf was besitzen und wer hat schon zuviel Besitz?“ eine sehr große Rolle.
Doch als am 11. September 1973 die politische Bombe platz, Demonstrationen in Straßenkämpfe ausarten, das Militär putscht und die Allende-Regierung gestürzt wird, gibt es auf einmal ganz andere Probleme zu bewältigen.
Fazit:
Andres Woods Coming-of-Age-Drama beobachtet nur und analysiert nicht. Es zeigt das Leben zweier 11-jähriger genau in dem Moment, als der Sozialismus von einer Militärdiktatur geschluckt wird. Das Entstehen einer Freundschaft sowie ihr Zerbrechen, die zaghaften Schritte zum Erwachsenwerden, das Verstehen familiärer Ereignisse und das Begreifen der politischen Lage des eigenen Landes stehen ganz im Vordergrund.
Durch die ähnlich traumhafte Bildsprache wie in Bertoloccis "Die Träumer", die realistischen Züge eines „City of God“ und den unbekümmert südamerikanischen Flair der 70er, verströmt „Machuca, mein Freund“ pure Energie. Nicht umsonst ging er als chilenischer Oscarkandidat ins Rennen und soll auch zur raschen Immunitätsaufhebung Pinochets beigetragen haben.
Man sitzt mit einer gewissen Scham im Kinosessel, einen Film zu sehen, welcher vor einem historischen Hintergrund spielt, über den aber die wenigsten der jungen Wilden hierzulande bescheid wissen. Nicht nur ein Film für Programmkinogänger, sondern evtl. auch für Schulklassen, die nicht wissen wohin mit ihren Ausfallstunden oder Lehrer, die ihren Unterricht interessanter gestalten wollen.
(Anm.: Als vor kurzem einige ganz genau über den Film „The Motorcycles Diaries (Die Reise des jungen Che)“ bescheid zu wissen glaubten, da er auf dem deutschen Kinoplakat einen älteren Ernesto (Ché) Guevara Serna zeigte, welcher jedoch in jener Zeit, in der der Film spielt, noch gar nicht so existierte, war die Enttäuschung groß. Immerhin gibt es doch genau dieses Porträt ja an jeder Straßenecke als Xte Neuauflage des „Schwarzen Ché auf rot“-T-Shirts zu kaufen [Kapitalismus feat. Sozialismus]. Evtl. sollte man mal darüber nachdenken den Shirts Handzettel beizupacken oder besser gleich auf die Rückseite aufdrucken, wer denn der Kerl ist, den alle so „cool“ finden. - Nur so als Tipp für den nächsten Pisa-Test.)
Krabaz



























