
Robin Hood
Regisseur Ridley Scott lässt den englischen Volkshelden auf die Leinwand zurückkehren
Die Erzählung von Robin Hood im 'Sherwood Forest' und seinen Mitstreitern und Mitstreiterinnen Marion, Tuck und Little John hat sich seit den ersten Belegen aus dem 15. Jahrhundert sehr verändert. Der sagenhafte Volksheld wandelte sich über die Jahrhunderte von einem blutrünstigen Wegelagerer, über einen patriotischen Freiheitskämpfer hin zu einem gerechten Streiter für die Armen und Schutzbedürftigen. Seinen zumindest popkulturellen Höhepunkt fand der Stoff mit der Verfilmung von 1991, in der Kevin Costner, an der Seite von Morgan Freeman (“Million Dollar Baby)“ und Alan Rickman (“Sweeney Todd“), Robin Hood als den romantischen Helden verkörperte, der er selbst in den minnehaftesten Interpretationen nie gewesen ist. Mit Ridley Scott (“Alien“, “American Gangster“, “Gladiator“) als Regisseur und Russell Crowe in der Hauptrolle kommt am 13. Mai ein neuer Robin Hood Film in die deutschen Kinos.
Während des Marsches der englischen Armee von Jerusalem zurück nach Hause stirbt der englische König Richard Löwenherz bei der Plünderung einer Burg in Frankreich. Sir Robert Loxley erhält den Auftrag, die Krone zurück nach England zu bringen, um einerseits die Nachricht vom Tod des Königs zu überbringen und andererseits die Krönung von Prinz John, dem Bruder Richards, zu ermöglichen. Loxley fällt jedoch einem Mordkomplott zum Opfer. Im Sterben nimmt er dem gemeinen Bogenschützen Robin Longstride (Russell Crowe) das Versprechen ab, seinem Vater die Nachricht vom Tod zu überbringen. Mit der Krone im Gepäck kehrt Robin nach England zurück. Als er dort auf Lady Marion Loxley (Cate Blanchett) trifft, um ihr vom Tod des Ehemannes zu berichten, bietet ihm dessen Vater William Loxley (Max von Sydow) an, zu bleiben ...
Wer mit “Robin Hood“ ein Remake des bekannten Stoffes erwartet, wird enttäuscht werden. Ridley Scotts Film ist komplett vor den Ereignissen im 'Sherwood Forest' angesiedelt und berichtet davon, wie aus dem grob geschnitzten Bogenschützen Robin Longstride der Volksheld Robin Hood wird. Dabei gehen Scott und dessen Drehbuchautor Brian Helgeland (“Mystic River“) erstaunlich wenig auf die Inhalte der ursprünglichen Sage ein und lassen ihren Helden in einer Geschichte agieren, die auch ohne das Prädikat 'Robin Hood' sehr gut funktioniert hätte. Das liegt nicht unwesentlich an den hochklassig produzierten Bildern und der guten Besetzung der Figuren. Immerhin befinden sich unter den Darstellern mit Crowe, Blanchett und William Hurt (“8 Blickwinkel“) drei Oscargewinner. Optisch ist 'Robin Hood' ebenfalls sehr gelungen. Aufwändig, mit sehr vielen Statisten und fast romantisch anmutenden, englischen Schauplätzen wird ein glaubhaftes Bild eines Englands am Ende des Mittelalters gezeichnet.
Geschickt entzieht sich der Film einem Vergleich mit seinen vermeintlichen Vorgängern, indem er die Vorgeschichte Robin Hoods erzählt. Dadurch gehen viele der ursprünglichen Motive, wie 'Sherwood Forest' oder der Konflikt mit dem Sheriff von Nottingham - allerdings unkompensiert - verloren und übrig bleibt eine Geschichte, die mehr an den Plot aus “Braveheart“ (1995) erinnert.
Nichtsdestotrotz ist “Robin Hood“ ein ebenso gut geschriebener wie umgesetzter Film, der durch seinen Titel aber mehr verspricht, als er halten kann. Die möglichen Erwartungen der Fans bezüglich der Figur des Robin Hood, der Liebesgeschichte zu Marian Loxley oder des Flairs der Vorgänger wird der Film nicht erfüllen. Zu wenig geht das Drehbuch dafür auf den eigentlichen Stoff ein und zu sehr scheint der Hauptcharakter an Russell Crowes frühere Rollen aus “Gladiator“ (2000) und “Master and Commander“ (2003) angelegt zu sein.
Mit “Robin Hood“ hat Ridley Scott einen guten und sehr unterhaltsamen Film abgeliefert, der weder mit aufwendiger Optik noch mit mitreißender Atmosphäre oder sehr guten Darstellern spart. Einzig der Titel ist ein echtes Manko des Films und wird bei einigen Fans für etwas Enttäuschungen sorgen. Freunde von Spektakeln à la Braveheart werden sich aber sehr gut unterhalten fühlen.
“Robin Hood“ von Ridley Scott, mit Russell Crowe, Cate Blanchett, Max von Sydow und William Hurt startet am 13. Mai in den deutschen Kinos.
Michael Nitsche

Die Erzählung von Robin Hood im 'Sherwood Forest' und seinen Mitstreitern und Mitstreiterinnen Marion, Tuck und Little John hat sich seit den ersten Belegen aus dem 15. Jahrhundert sehr verändert. Der sagenhafte Volksheld wandelte sich über die Jahrhunderte von einem blutrünstigen Wegelagerer, über einen patriotischen Freiheitskämpfer hin zu einem gerechten Streiter für die Armen und Schutzbedürftigen. Seinen zumindest popkulturellen Höhepunkt fand der Stoff mit der Verfilmung von 1991, in der Kevin Costner, an der Seite von Morgan Freeman (“Million Dollar Baby)“ und Alan Rickman (“Sweeney Todd“), Robin Hood als den romantischen Helden verkörperte, der er selbst in den minnehaftesten Interpretationen nie gewesen ist. Mit Ridley Scott (“Alien“, “American Gangster“, “Gladiator“) als Regisseur und Russell Crowe in der Hauptrolle kommt am 13. Mai ein neuer Robin Hood Film in die deutschen Kinos.
Während des Marsches der englischen Armee von Jerusalem zurück nach Hause stirbt der englische König Richard Löwenherz bei der Plünderung einer Burg in Frankreich. Sir Robert Loxley erhält den Auftrag, die Krone zurück nach England zu bringen, um einerseits die Nachricht vom Tod des Königs zu überbringen und andererseits die Krönung von Prinz John, dem Bruder Richards, zu ermöglichen. Loxley fällt jedoch einem Mordkomplott zum Opfer. Im Sterben nimmt er dem gemeinen Bogenschützen Robin Longstride (Russell Crowe) das Versprechen ab, seinem Vater die Nachricht vom Tod zu überbringen. Mit der Krone im Gepäck kehrt Robin nach England zurück. Als er dort auf Lady Marion Loxley (Cate Blanchett) trifft, um ihr vom Tod des Ehemannes zu berichten, bietet ihm dessen Vater William Loxley (Max von Sydow) an, zu bleiben ...
Wer mit “Robin Hood“ ein Remake des bekannten Stoffes erwartet, wird enttäuscht werden. Ridley Scotts Film ist komplett vor den Ereignissen im 'Sherwood Forest' angesiedelt und berichtet davon, wie aus dem grob geschnitzten Bogenschützen Robin Longstride der Volksheld Robin Hood wird. Dabei gehen Scott und dessen Drehbuchautor Brian Helgeland (“Mystic River“) erstaunlich wenig auf die Inhalte der ursprünglichen Sage ein und lassen ihren Helden in einer Geschichte agieren, die auch ohne das Prädikat 'Robin Hood' sehr gut funktioniert hätte. Das liegt nicht unwesentlich an den hochklassig produzierten Bildern und der guten Besetzung der Figuren. Immerhin befinden sich unter den Darstellern mit Crowe, Blanchett und William Hurt (“8 Blickwinkel“) drei Oscargewinner. Optisch ist 'Robin Hood' ebenfalls sehr gelungen. Aufwändig, mit sehr vielen Statisten und fast romantisch anmutenden, englischen Schauplätzen wird ein glaubhaftes Bild eines Englands am Ende des Mittelalters gezeichnet.
Geschickt entzieht sich der Film einem Vergleich mit seinen vermeintlichen Vorgängern, indem er die Vorgeschichte Robin Hoods erzählt. Dadurch gehen viele der ursprünglichen Motive, wie 'Sherwood Forest' oder der Konflikt mit dem Sheriff von Nottingham - allerdings unkompensiert - verloren und übrig bleibt eine Geschichte, die mehr an den Plot aus “Braveheart“ (1995) erinnert.
Nichtsdestotrotz ist “Robin Hood“ ein ebenso gut geschriebener wie umgesetzter Film, der durch seinen Titel aber mehr verspricht, als er halten kann. Die möglichen Erwartungen der Fans bezüglich der Figur des Robin Hood, der Liebesgeschichte zu Marian Loxley oder des Flairs der Vorgänger wird der Film nicht erfüllen. Zu wenig geht das Drehbuch dafür auf den eigentlichen Stoff ein und zu sehr scheint der Hauptcharakter an Russell Crowes frühere Rollen aus “Gladiator“ (2000) und “Master and Commander“ (2003) angelegt zu sein.
Mit “Robin Hood“ hat Ridley Scott einen guten und sehr unterhaltsamen Film abgeliefert, der weder mit aufwendiger Optik noch mit mitreißender Atmosphäre oder sehr guten Darstellern spart. Einzig der Titel ist ein echtes Manko des Films und wird bei einigen Fans für etwas Enttäuschungen sorgen. Freunde von Spektakeln à la Braveheart werden sich aber sehr gut unterhalten fühlen.
“Robin Hood“ von Ridley Scott, mit Russell Crowe, Cate Blanchett, Max von Sydow und William Hurt startet am 13. Mai in den deutschen Kinos.
Michael Nitsche























